Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken waren der Geheimtipp

Einige Immobilienbesitzer haben in der Vergangenheit ihre Immobilie ganz oder teilweise mit Fremdwährungsdarlehen – hauptsächlich Schweizer Franken – finanziert. Doch jetzt ist etwas eingetreten, was es noch nie zuvor in diesem Ausmaß gegeben hat: Der Euro hat sich gegenüber dem Schweizer Franken seit 2007 um rund 27 % verschlechtert.

Für deutsche Banken, die Franken-Kredite herausgelegt haben, bedeutet es, sie müssen mehr Eigenkapital hinterlegen, weil der Eurokurs sich verschlechtert hat. Für Franken-Kreditnehmer kann es unter Umständen bedeuten, dass sie mehr Sicherheiten hinterlegen müssen.

Wie wirkt sich der starke Franken-Kurs auf die aktuellen Fremdwährungsdarlehen aus?

Der Währungskurs des Franken erhöht die Kreditschuld in Euro umgerechnet. Da die meisten Fremdwährungsdarlehen endfällig sind, ist von den Kreditnehmern lediglich eine Zinszahlung zu leisten. Diese Zinszahlung erfolgt ebenfalls in schweizer Franken und fällt aufgrund des Umrechnungskurses Franken / Euro jetzt höher aus.

Problematisch wird es für diejenigen Kreditnehmer, deren Franken-Finanzierung jetzt fällig wird. Hier ist die Kreditschuld in Schweizer Franken zu tilgen. Bei dem heutigen Umrechnungskurs ist das für diese Kreditnehmer eine erhebliche Mehrbelastung. Panik ist jetzt ein schlechter Ratgeber.

Die betroffenen Kreditnehmer sollten jetzt versuchen, die Laufzeit des Kredites  zu verlängern. Damit wird verhindert, dass die Kreditablösung zu einem ungünstigen Rückzahlungskurs erfolgt.

Gekoppelt ist die Kreditverlängerung aber an die Hoffnung, dass sich das Kursverhältnis Franken / Euro zukünftig wieder verbessern wird.

Doch eine Kreditverlängerung ist in der Regel keine Formsache. Hier kommt es auch auf den guten Willen der Bank an.  Da die Sicherheiten für diese Kredite aber in der Regel in Euro bewertet werden, kann es bei einigen Fällen dazu führen, dass die Banken Zusatzsicherheiten fordern. Hier ist das Verhälnis Bank / Kunde und das Verhandlungsgeschick gefragt.

Vorzeitig tilgen – jetzt sinnvoll?

Wer einen Teilbetrag seines Franken-Kredites jetzt teilweise oder ganz vorzeitig zurückführen will ist gut beraten, mit diesem Vorhaben noch zu warten. Denn, der Tilgungsbetrag muss zuvor in Schweizer Franken umgerechnet werden. Für den Euro  bekommt man derzeit aber nur wenig Schweizer Franken.

Hier heißt es also warten, bis der Kurs sich verbessert hat.  Welche Verbesserung, bzw. welcher Kurs annehmbar ist, das hängt von der eigenen Mentalität und dem Zeitfenster ab, wie lange man zum Warten bereit ist.  Die Hoffnung, dass der Euro gegenüber dem Schweizer Franken wieder an Stärke gewinnen wird ist nicht unberechnet.  Denn auch die Schweiz hat aus wirtschaftlicher Sicht ein Interesse daran, das der Euro an Stärke gewinnt. Schließlich verteuert ein starker Franken die Exporte in die Eurozone. Aber wann die Erholung eintritt ist schwer zu sagen.

Franken-Kreditnehmer sind jetzt gut beraten die Ansparung in den Tilgungsträger  zu verstärken. Zumal auch die Tilgungsträger zum größten Teil unter der globalen Finanzkrise gelitten haben und hier wohl auch mehr oder weniger unter ihrem Plan-Soll liegen.

Fazit – Fremdwährungsfinanzierungen

Gerade jetzt wird jedem vor Augen geführt, welches Risiko-Potenzial in Währungsschwankungen liegen kann. Deshalb ist diese Art der Finanzierung auch nur für Kreditnehmer geeignet, die diese Schwankungen und eventuellen Nachbesicherungen ohne Schwierigkeiten verkraften können. Für hohe Beleihungsausläufe ist diese Finanzierungsform nicht geeignet.

 

 

 

 

 

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