Immobilienfinanzierung bei Wechsel vom Beruf zum Ruhestand

Immobilienfinanzierung beim Wechsel vom Berunf zum RuhestandImmobilienbesitzer mit einer laufenden Immobilienfinanzierung sollten bei einem Wechsel vom Beruf zum Ruhestand ihre Immobilienfinanzierung genauer prüfen.

  • Passt die aktuelle Ratenhöhe auch bei den Ruhestandsbezügen?
  • Bei bestehenden Autokrediten oder Ratenkrediten: Zusammenfassung mit der Immobilienfinanzierung möglich?
  • Wie kann die Ratenhöhe an die Rentenhöhe angepasst werden?
  • Wie kann das Risiko steigender Zinsen für die Zukunft ausgeschaltet werden?
  • Durch geeignete Umbaumaßnahmen im eigenen Haus zusätzliche Mieteinnahmen generieren.

Sie sehen, es gibt viele Punkte, die man sich genauer ansehen sollte. Doch eines ist ganz klar: Es gibt nicht „die Lösung“ sondern eine Lösung ist immer ein maßgeschneidertes Konzept und von der eigenen Situation abhängig.

Hier ein Fall aus der Praxis, der aufzeigt, was im Einzelnen berücksichtigt werden muss:

Das Ehepaar Klaus und Karin P., 63 Jahre und 59 Jahre alt,  sind Besitzer eines großen Einfamilienhauses im Speckgürtel einer Großstadt. Vor gut 25 Jahren haben Sie dieses Haus mit einem großen Grundstück für sich und ihre 3 Kinder gebaut. Mittlerweile sind die Kinder aus dem Haus, für das Haus ist noch ein Restdarlehen abzuzahlen. Die Zinsbindung für dieses Immobiliendarlehen läuft in diesem Jahr aus. Der Restbetrag sind ca. 67.500 Euro. Die monatliche Rate beträgt derzeit 1.390 Euro.

Klaus P. möchte in diesem Jahr in Altersteilzeit gehen. Karin P. ist in Teilzeit beschäftigt und will diese Tätigkeit weiter ausüben.

Altersteilzeit heißt für das Ehepaar fast 700 Euro netto weniger im Monat.

Klaus P. hat aktuell ein monatliches Nettoeinkommen von rd. 2.770 Euro und Karin P. bringt monatlich rund 1.300 Euro mit nach Hause. Auf dieses Einkommen ist die gesamte Finanzierung ausgelegt. Auch haben die Eheleute vor zwei Jahren einen neuen Pkw gekauft und teilweise finanziert. Die monatlichen Raten belasten das Haushaltsbudget noch weitere zwei Jahre mit rund 720 Euro.

Da schmerzen die 700 Euro weniger im Monat schon ganz schön in der Haushaltskasse. Eigentlich wollten Klaus und Karin P. auch noch einige Umbauten am Haus vornehmen, aber eine zusätzliche Belastung kommt für sie nicht infrage.

Ein erstes Gespräch mit der Hausbank brachte die Ernüchterung: Eine Ausweitung der Kreditlinie ist aufgrund des Alters nur mit einer erhöhten Tilgungsrate möglich, da das Haus spätestens im 70. Lebensjahr abgezahlt sein muss. Die Eheleute Klaus und Karin P. haben die Welt nicht mehr verstanden, sie sind seit über 30 Jahren Kunden dieser Bank und nur, weil Klaus P. jetzt in die Altersteilzeit wechseln will, sind sie nicht mehr kreditwürdig. Ihren Wunsch nach einem Wohnmobil haben sie vorsichtshalber dem Bankberater gar nicht mitgeteilt.

Gibt es wirklich keine Lösung für Immobilienbesitzer bei einem Wechsel vom Beruf in den Ruhestand?

Es ist in der heutigen Zeit immer noch so, dass einige Banken Ihre Produkte nicht die veränderten Lebenszyklen angepasst haben.  Aber, es gibt diverse Lösungsmöglichkeiten.

Nicht irgendeine Finanzierung ist die Lösung, sondern ein langfristiges tragfähiges Finanzierungskonzept

Immobilienfinanzierung im Ruhestand - nur ein individuelles Finanzierungskonzept ist die LösungEs würde Klaus und Karin P. nicht helfen, wenn jetzt eine Finanzierungslösung für die aktuelle Situation gefunden würde. Denn, wenn in ein paar Jahren, die Eheleute in den Rentenstatus wechseln, können die Einkommensverhältnisse sich wieder weiter reduzieren.

Eine perfekte Lösung berücksichtigt die zukünftige Einkommensituation

Die richtige Lösung für die Immobilienfinanzierung berücksichtigt also auch die zukünftige Einkommenssituation, so dass das Finanzierungskonzept auch langfristig tragbar ist.

Das Zinsänderungsrisiko ist nicht zu unterschätzen.

Auch bei der Dauer der Zinsbindung ist zu berücksichtigen, dass  bei Ablauf der Zinsbindung der zukünftige Zinssatz nur eine Prognose sein kann. Dieses kann für zusätzlichen Sprengstoff in der Haushaltskasse sorgen. Wer Planungssicherheit für die Immobilienfinanzierung will, kommt um eine feste Zinsbindung für die gesamte Laufzeit nicht herum.

Planungsgrundlage für die Finanzierungslösung sind die zukünftigen Rentenbezüge

Zwar ist das Gesamteinkommen während der Altersteilzeit bei den Eheleuten P. noch höher als das spätere Renteneinkommen, doch da die Finanzierung noch während der Rentenphase weiter zu tilgen ist, muss hier die zukünftige Rentenhöhe bei der Festlegung der Ratenhöhe mit berücksichtigt werden. Gans wichtig ist eine Betrachtung der gesamten Kreditlaufzeit. Die Entscheidung für eine Zinsfestschreibung, die kürzer ist, als die gesamte Darlehenslaufzeit, kann zu einer späteren Mehrbelastung führen, die das Haushaltsbudget sprengt.

Das spätere Renteneinkommen der Eheleute reduziert das Haushaltseinkommen deutlich: minus 1.100 Euro monatlich.

Zukünftige Renteneinkünfte von Klaus P.: 1.626 Euro monatlich
zukünftige Betriebsrente von Klaus P.: 345 Euro monatlich
Zukünfige Renteneinkünfte von Karin P.: 1.026 Euro monatlich
Die Gesamteinkünfte während der Rentenphase betragen somit 2.997 Euro monatlich.

Anders ausgedrückt: Rund 1.100 Euro weniger als bisher!

Ist eine Anpassung überhaupt ohne drastische Einschränkung des bisherigen Lebenstandards möglich?

Wie sehen die aktuellen Verbindlichkeiten aus Immobilienkredit und Ratenkredit aus?

67.500 Euro Restsumme bei der Immobilienfinanzierung
17.300 Euro Restsumme bei der Autofinanzierung
30.000 Euro für geplante Umbauten und Modernisierung
20.000 Euro wäre der Wunsch für ein Wohnmobil

134.800 Euro müssten insgesamt finanziert werden.

Lässt sich diese Summe ohne zusätzliche Opfer in der Haushaltskasse realisieren?

Aktuell haben die Eheleute P. nach Abzug der Kreditverpflichtungen monatlich  1960 Euro in der Haushaltskasse. Das bedeutet, die monatliche Rate darf 1.037 Euro nicht übersteigen.

Die Lösung blieb noch unter der möglichen Höchstrate – bei absoluter Zinssicherheit für die gesamte Laufzeit

Für das Ehepaar P. gab es mehrere Lösungsmöglichkeiten. Sie haben sich dann für folgende Finanzierungslösung entschieden:

137.800 Euro mit einer Zinsfestschreibung von 15 Jahren. Die monatliche Rate beträgt 936 Euro. Das Darlehen ist in 15 Jahren vollständig getilgt. Eine Lösung, die den Lebensstandard auf dem bisherigen Niveau ermöglicht. Selbst den Lebenstraum vom Wohnmobil brauchten sie nicht fallen zu lassen.

Zusätzlich wollen die Eheleute einen kleinen Bausparvertrag als Reparaturrücklage für’s Haus mit monatliche 100 Euro ansparen. Mit diesem Bausparvertrag sichern sich die Eheleute einen Darlehenszins in Höhe von 2,75 %. Somit ist sichergestellt, dass bei Finanzierungsbedarf für Instandhaltungsmaßnahmen auch ein günstiger Zinssatz garantiert ist.

Für Fragen und Informationen stehe ich Ihnen gerne unter 040-39874142 zur Verfügung oder senden Sie mir eine Nachricht, wenn Sie mehr zum Thema – Gestaltung einer Immobilienfinanzierung beim Wcchsel vom Beruf zum Ruhestand – wissen möchten.

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